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Krise und Veränderung der Subjektivität im transnationalen Kapitalismus

23. - 25. November 2007
"Helle Panke", Berlin

Tagung 2007

Krise und Veränderung der Subjektivität im transnationa-
len Kapitalismus

Veranstalter:
Assoziation Kritischer Gesellschafts-
wissenschaftlerInnen
"Helle Panke" zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur
Loccumer Initiative Kritischer Wissen-
schaftlerInnen

Programm

Anmeldung

"The Corrosion of Character" - unter diesem Titel hat Richard Sennett die subjektiven Folgen flexibilisierter Arbeitsverhältnisse und darüber hinaus die zunehmend unter die Logik des Kapitals subsumierten Lebensverhältnisse behandelt. Der Titel der deutschen Übersetzung - „Der flexible Mensch" – zeigt, wie gering im deutschen Sprachraum bisher das Problembewußtsein über die Auswirkungen veränderter sozialer Herrschaftsverhältnisse ist.

Die Frage nach den „psychischen" Binnenstrukturen, nach der Verfassung von Subjektivität heute stellt sich mit Dringlichkeit, weil sie die politischen Handlungsressourcen umschreibt, an die soziale und politische Partizipation gebunden ist. Das sollte u. E. in einem doppelten Zugriff erfolgen. Wir wollen aktuelle Ansätze zum Verständnis der Verfassung von Subjektivität heute vorstellen und diskutieren. In einem zweiten Schritt – auf einer weiteren Tagung – wären dann Phänomene, die wir bereits in der Vergangenheit unter dem Titel einer „Erosionskrise" diskutiert haben, hinsichtlich ihrer Folgen für Subjektivität, aber auch hinsichtlich des Widerstandes, den subjektive Strukturen dagegen aufzubieten in der Lage sind, zu behandeln.

Wie, so die Frage im ersten Schritt, konzeptualisieren neuere Ansätze die Art und Weise, in der Subjektivität durch neue Formen von Produktion, Ökonomie und Politik sowie den technisch-wissenschaftlichen Fortschritt am Körper (Stichwort „Biomacht") in Anspruch genommen wird? Wie werden diese Entwicklungen gefaßt, die auf Subjektivität durchgreifen – denken wir daran, daß diese Entwicklungen den Subjektbegriff selber nicht unberührt lassen! –, und sie gleichzeitig ihrerseits produzieren (Stichwort „Gouvernementalität")? Welche Rolle können und müssen kritische Psychologie und Psychoanalyse dabei spielen? Vergessen wir nicht, daß die Konzepte „authoritarian personality", „repressive Entsublimierung", „vaterlose Gesellschaft" und „neuer Sozialisationstyp" zum Verständnis derartiger, nun allerdings zurückliegender Entwicklungen mit den Mitteln der Psychoanalyse arbeiteten!

Es versteht sich von selbst, daß das erkenntnisleitende Interesse in der Behandlung neuerer, teilweise sehr differenter Ansätze, die nicht ab ovo politisch ausgelegt sind, aber die Einschätzung gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen aus der Perspektive des Subjekts, also gleichsam vom „Seelenende" (Freud) her erlauben, die politischer Mobilisierung und Politisierung, schließlich die Mobilisierungsfähigkeit der Linken (genitivus obiectivus und subiectivus) bleibt.

Programm

Freitag, 23.11.2007

19.00 Uhr
Oskar Negt: Erosionskrise und Subjektivität
Alfred Krovoza: Psychoanalyse und die aktuellen Formen von Subjektivität

Samstag, 24.11.2007

10-13.00 Uhr
Robert Heim: Ding und Fetisch. Sexualität, Moderne und Subjektivität
Morus Markard: Struktur und Handlung in der Kritischen Psychologie
14-17.00 Uhr
Christina Kaindl: Mobilisierung der Subjekte
Volker Ceysa: Grenzen der Subjektivation – Grenzen der Körperinstrumentalisierung. Versuch einer nicht essenzialistischen Reformulierung des Verdinglichungsphänomens
18-21.00 Uhr
Alexandra Manzei: Kritische Anthropologie – oder warum linke Politik der Frage nach "dem Menschen" nicht ausweichen sollte
Susanne Lettow: Körper, Subjektion und die Entstehung einer biotechnologischen (Re)produktionsweise

Sonntag, 25.11.2007

10-13.00 Uhr
Alexandra Rau: Psychopolitik. Macht und Subjekt in subjektivierten Arbeitsverhältnissen
Christoph Lieber: Emotionaler Kapitalismus? Thesen zur Subjektivierung der Arbeit Stephanie Gräfe: Wer ist der Homo Oeconomicus? Neoliberale Gouvernementalität und subjektive Autonomie – eine heikle Beziehung

Anmeldung

Anmeldungen bitte direkt an die Helle Panke
Tel.: 030 – 47538724
e-mail: info@helle-panke.de
Kopenhagenerstr.9, 10437 Berlin

Die Zahlung des Tagungsbeitrages von 8,- € erfolgt zu Beginn der Tagung.


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