Bücher unserer Redakteure
Marcus Hawel, Helmut Heit, Gregor Kritidis und Utz Anhalt (Hg.)Politische ProtestbewegungenProbleme und Perspektiven nach 1968Wer heute nach den Möglichkeiten und Aussichten politischer Bewegungen jenseits der etablierten Parteien, Gewerkschaften und Interessenverbände fragt, wird nicht ohne Grund auf die Erfahrungen der außerparlmentarischen Opposition der sechziger Jahre verwiesen. Vielen Linken gilt der weltweite Protest Ende der sechziger Jahre als die geradezu paradigmatische Form einer sozialen Bewegung. Als eine Bewegung, die Kreativität und politisches Engagement, revolutionären Anspruch und konkrete Aktion, Kopf und Bauch auf eine besonders intensive und glückliche Weise verbunden hat und die nicht schlicht durch ihren objektiven gesellschaftlichen Status erklärt werden kann. Seither ist man oft geneigt, eine Verlusttendenz zu diagnostizieren, die nicht zuletzt am staatstragenden Ende vieler Frauen und Männer der einstmaligen APO festgemacht wird. In diesem Sammelband, der die Einschätzungen von Zeitzeugen und »Nachgeborenen« vereinigt, verbindet sich die Frage nach den intellektuellen und historischen Rahmenbedingungen von Protestbewegungen mit dem Nachdenken über ihre Bedeutung für politisches Engagement heute. 227 Seiten, 16,80 Euro
Sopos on CD40 Jahre nach 1968CD mit den Mitschnitten der Vorträge aus unserer Veranstaltungsreihe aus 2008 an der Universität und im Leibniz Haus HannoverInhalt: Die mp3-Formate lassen sich mit herkömmlicher MP3-Wiedergabesoftware an PC und Mac abspielen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Abspielbarkeit in konventionellen DVD-Playern mit mp3-Funktion. 7 Euro inkl. Versand. Die Bestellungen bitte mit Lieferadresse an mailorder@sopos.org senden.
Gregor KritidisLinkssozialistische Opposition in der Ära AdenauerEin Beitrag zur Frühgeschichte der Bundesrepublik DeutschlandLange Zeit galt in Deutschland-West die These, der »demokratische Neuaufbau« sei gelungen und es habe keine realistische Alternative zu Adenauers Politik der »Restauration« in Verbindung mit der Westintegration gegeben. Dieser Ansatz blendete die linkssozialistischen Traditionen jenseits sozialdemokratischer Anpassungspolitik und stalinistischer KPD aus und übersah ihre wichtige Brückenfunktion nach 1945 zur Wiederbelebung der Neuen Linken in den 60er Jahren. Kritidis gelingt auf der Basis neu erschlossener Quellen erstmals eine Gesamtdarstellung dieser Oppositionsströmungen und ihrer Vordenker in der Ära Adenauer und akzentuiert ihren Beitrag zur Demokratisierung Westdeutschlands, der erneut Aktualität erlangt. gebunden, 582 Seiten, 39,80 Euro
Utz AnhaltTiere und Menschen als ExotenDie Exotisierung des "Anderen" in der Gründungs- und Entwicklungsphase der ZoosKaum ein Thema wurde in den Geisteswissenschaften bisher so vernachlässigt wie das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier. Diese Pionierarbeit untersucht Sichtweisen auf Tiere in Zoos als Spiegel bürgerlicher Lebenswelten; die "gezähmte Bestie" sowie das "Wildtier als Freund" galten als Beweis, die Natur in der Kultur beherrschen zu können. Die Künstlichkeit der "Natur" in den Zoos war ein Raum bürgerlicher Selbstfindung. "Lebendige Bilderwelten" in Zoos korrespondierten mit Reiseerfahrungen und exotistischen Kulturprodukten. Deutsche Zoos inszenierten ein Reservat der romantischen Innerlichkeit, später demonstrierten sie die Führung des weißen Mannes, in dessen Obhut tierische und menschliche "Exoten" gezähmt lebten. Im Unterschied zu bisherigen Chroniken untersucht der Autor Zoogeschichte als Schnittmenge europäischer Blicke auf das Fremde und erkennt in der Präsentation sowohl der Tiere in den Gehegen, als auch der Menschen in den Völkerschauen die Muster der Integration und Ausgrenzung: den verachteten Barbar/die wilde Bestie, den ungläubigen Heiden/das unvernünftige Tier, den unterhaltenden Exoten/die verniedlichte Kreatur. 420 Seiten,
79,— Euro
Tatjana FreytagDer unternommene MenschEindimensionalisierungsprozesse in der gegenwärtigen GesellschaftAnhand eines zentralen Kritikbegriffes der Kritischen Theorie, nämlichdem der Eindimensionalität, wird exemplarisch aufgezeigt wie aktuell und prägnant sie in ihren Analysen und Begriffen ist. Eindimensionalität heute kommt zwar nicht mehr so zustande, wie es Herbert Marcuse seinerzeit in Der eindimensionale Mensch erklärt hatte. Ihre Physiognomik hat sich verändert, aber bestimmte Merkmale, die Marcuse analysierte, haben sich im Zuge des global gewordenen Kapitalismus wirkmächtiger denn je manifestiert. Diese Virulenz herauszuarbeiten und den Begriff der Eindimensionalität, in seiner veränderten Gestalt, für die gegenwärtige kritische Gesellschaftsanalysezu rehabilitieren, ist Ziel dieser Arbeit. Zunächst wird der Begriff der Eindimensionalität insbesondere philosophiegeschichtlich mit dem Ziel entfaltet, die gegenwärtigen Formen der Reproduktion und Stabilisierung derkapitalistischen (Welt-)Gesellschaft fundiert problematisieren zu können. Die besondere Forschungsleistung der Studie besteht dann in der textgenauen Analyse jener gedanklich-realen Strategien, die vor allem in der Bundesrepublik Deutschland für die Gestaltung des sozialen, des politischen und des Bildungssystems entwickelt worden sind und vielfach bereits praktiziert werden. Sie zeigt, wie sich ein umfassendes Programm einer grundlegenden Anpassung zumal der abhängig Beschäftigten an die neuen Reproduktionsinteressen der privatwirtschaftlichen Ordnung ausgebildet hat. 207 Seiten, 24,90 Euro
Marcus HawelDie normalisierte NationVergangenheitsbewältigung und Außenpolitik in DeutschlandWie "normal" kann Deutschland sein? Und hat der Schriftsteller Martin Walser mit seiner Paulskirchen-Rede 1998, wie Kritiker befürchten, die lauter werdende Forderung nach einem historischen "Schlussstrich" unter die deutsche Schande hoffähig gemacht? Als Repräsentant einer Mehrheit im normalisierten Deutschland wollte Walser sich die "Kontamination jüngst erlangter Normalitätsseligkeit nicht mehr gefallen lassen", schreibt der israelische Historiker Moshe Zuckermann in seinem Vorwort zu der Studie "Die normalisierte Nation" des Politikwissenschaftlers Marcus Hawel. In jedem Fall wirft die Rede von den Deutschen als "ganz normales Volk" (Walser) Fragen auf: Was bedeutet im Zusammenhang mit staatspolitischer Theorie und Praxis überhaupt Normalisierung? An welchen politischen, kulturellen, moralischen Normen orientiert sich deutsche Normalität? In seinem Buch zeigt Hawel "wie sich parallel zur geschichtlichen und ökonomischen Entwicklung der Norm- Begriff verändert und ein Normalitätsbegriff entfaltet". Zur Veranschaulichung zeichnet er Stationen des historischen deutschen Sonderwegs nach: von der verspäteten Nation, über den Nationalsozialismus – Höhepunkt der Abweichung von jeglicher Norm und Normalität –, der geteilten Nation, bis hin zu ihrer Entlassung in die vollständige Souveränität 1989/90. Die deutsche Einheit ist Ausgangspunkt von Hawels kritischer Betrachtung der politischen Praxis im Hinblick auf die Auswirkungen der Normalisierung. Für die Außenpolitik bedeutet sie vor allem "die Wiederherstellung von 'Kriegsfähigkeit'", mit der sich Deutschland schnell in der ersten Reihe der Akteure europa und weltpolitischer Umwälzungen zurückmeldete. Bei aller Skepsis gegenüber deutscher Normalität – am Ende zeigt Hawel dem Leser einen friedlichen Ausweg. (Susann Witt-Stahl, Kieler Nachrichten, vom 23.06.08)
448 Seiten, 25,80 Euro
Marcus Hawel und Gregor Kritidis (Hg.)Aufschrei der UtopieMöglichkeiten einer anderen WeltTrotz objektiver technischer Möglichkeiten der Abschaffung von
Armut und Elend verschärft der Marktradikalismus die
gesellschaftlichen Strukturprobleme und blockiert das produktive
Experimentieren mit alternativen Lösungsansätzen. Nichts aber ist
wichtiger, als die schöpferischen Potentiale zur Überwindung der
Probleme freizusetzen. Denn nur wenn gedanklich die bestehenden
Grenzen überschritten werden, lassen sich die Kräfte mobilisieren, die
für die materielle Überschreitung derselben notwendig sind. Dazu
wollen die Autoren dieses Bandes beitragen. 304 Seiten, 18,80 Euro
Michael Buckmiller, Gregor Kritidis und Michael Vester (Hg.)Peter von OertzenDemokratie und Sozialismus zwischen Politik und WissenschaftDie hier vorgelegte Auswahl von Schriften aus dem umfangreichen
Werk des Wissenschaftlers und Politikers Peter von Oertzen behandelt
grundlegende Fragen einer demokratisch verfaßten Gesellschaft und
ihres gesellschaftlichen und politischen Gestaltungsrahmens. 461 Seiten, 24,— Euro
Karl MarxDie FrühschriftenVon 1837 bis zum "Manifest der Kommunistischen Partei" 1848Herausgegeben von Siegfried Landshut Gerade die Schriften des jungen Marx, die seine geistige Entfaltung
bis zum "Kommunistischen Manifest" aufzeigen, haben in der
Marxismus-Diskussion seit den dreißiger Jahren eine immer größere
Bedeutung erlangt und der Entwicklung der Kritischen Theorie
entscheidende Impulse gegeben. 7. Aufl., 670 Seiten, 22,— Euro
Tatjana Freytag und Marcus Hawel (Hg.)Arbeit und UtopieOskar Negt zum 70. GeburtstagIm Zentrum des sozialphilosophischen Werks von Oskar Negt steht die Kategorie der lebendigen Arbeit. Sie ist in seinen Augen eine gesellschaftliche Schlüsselkategorie, deren Veränderung alle Institutionen, Organisationsprinzipien, Beziehungsstrukturen und Wertorientierungen berührt. Schon sehr frühzeitig weist er auf den gesellschaftlichen Grundskandal des »Überflüssigwerdens« des menschlichen Arbeitsvermögens und den damit verbundenen Gewaltcharakter von Arbeitslosigkeit hin. Menschliche Würde ist wesentlich durch Arbeit vermittelt. Daher fordert er konsequent einen elementaren Paradigmenwechsel von der politischen Ökonomie abstrakter Arbeit hin zu einer politischen Ökonomie lebendiger Arbeit, die auf vernünftige Organisationsformen des Gemeinwesens zielt. Begründungen für diesen Wechsel, Vorschläge und Analysen zur Gestaltung der daraus folgenden Umbruchprozesse hat er insbesondere in Zusammenarbeit mit Alexander Kluge vorgelegt. Wie ein roter Faden zieht sich durch Negts Werk das Verhältnis von Arbeit und Utopie. Utopische Energien sind für ihn in der Gegenwart nicht erloschen, sondern allenfalls verschüttet, vergraben, verzerrt. Es kommt darauf an, die darin enthaltenen Potentiale freizulegen. Durch Zuspitzungen vorhandener Tendenzen lassen sich Zukunftsperspektiven erkennen, die sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit speisen. Dieser Oskar Negt zum 70. Geburtstag gewidmete Band versteht sich darum als Versuch, von unterschiedlichen Seiten nach dem Möglichen, aber (noch) nicht Wirklichen zu fragen. Mit Beiträgen von: Tatjana Freytag und Marcus Hawel, André Gorz, Michael R. Krätke, Iring Fetscher, Elmar Altvater, Moshe Zuckermann, Giacomo Marramao, Loïc Wacquant, Gerhard Schweppenhäuser, Regina Becker-Schmidt, Wolf-Dieter Narr, Günter Grass, Alexander Kluge (im Gespräch mit Oskar Negt), Elisabeth Lenk, Peter Konwitschny (im Gespräch mit Tatjana Freytag und Marcus Hawel) und Detlev Claussen. 290 Seiten, 24,— Euro
Susanne Schmidt und Marcus Hawel (Hg.)Vom Nutzen der KritikPerspektiven der Studierenden und ihrer ProtesteAusgehend von den Protesten an den Universitäten im letzten Jahr
versammelt der Band Beiträge von Studierenden und Dozierenden
verschiedener Fächer. Diese gehen aus unterschiedlichen Perspektiven
der Frage nach, wie unsere Gesellschaft im Zeichen immer größerer
Umwälzungen mit der Ressource Bildung umgeht, wie unter zunehmendem
Verwertungsdruck noch individuelle Entfaltungsmöglichkeiten aussehen
bzw. aussehen könnten und welche Reflexionen auch und besonders auf
die gesellschaftlichen Entwicklungen zu richten wären. Er stellt damit
selbst einen Beitrag zur Gesellschaftskritik dar. 142 Seiten, 8,40 Euro | ||
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